e-Mail: elektronische Post (1/2)

Die erste e-Mail

E-Mail gilt heute als die eigentliche "Killerapplikation", die den Erfolg des Internets erst wahr werden ließ. Es gibt wohl in der Geschichte keine Technik, die sich so schnell verbreitet hat das Versenden von elektronischer Post. Als Erfinder gilt der Wissenschaftler Ray Tomlinson, der auch am Aufbau des ARPANETS beteiligt war. In nur drei Wochen schrieb er die Programme SNDMSG (Send Message) zum senden von Mails und READMAIL um Nachrichten zu empfangen und lesen. Die erste Nachricht, die Tomlinson über das Netz versand hatte lautete etwa "QWERTYUIOP". Wenn er gewusst hätte wie seine Erfindung einschlagen würde, hätte er sich wahrscheinlich etwas Besseres einfallen lassen.

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Das Netz bestand damals aus etwa 120 Hostrechnern und innerhalb weniger Tage waren die Programme auf allen Rechnern installiert. Da man aber anfangs noch Probleme mit der eindeutigen Adressierung von Mails hatte wurde von Tomlinson folgender Standart gegründet: Erst der Empfängername und dann den Rechnername. Um die Namen eindeutig von einander zu trennen, benutzte er, da alle anderen Zeichen schon besetzt waren, das alte kaufmännische Symbol "@", welches ja letztendlich zu einem eindeutigen Erkennungszeichen für das Internet wurde. Bereits 1973 machte das Versenden von e-Mails drei Viertel des Gesamtdatenvolumens des Netzes aus.

Ray Tomlinson

e-Mail billiger als Snail-Mail

Nach anfänglicher Skepsis setzten sich einfach die vielen Vorteile der elektronischen Post durch. Es war billiger als Ferngespräche, viel schneller als die normale Post, die fortan "Snail-Mail" (auf Deutsch: Schnecken-Post) genannt wurde. Vor allem ermöglichte es den Wissenschaftlern schnell, einfach und unkompliziert mit ihren Kollegen zu kommunizieren. Es konnte auch erstmals kostengünstig eine extrem hohe Anzahl von Empfängern erreicht werden.

Die erste Mailing-Liste war die SF-LOVERS-Liste, in der die Wissenschaftler des ARPANETS über Science Fiction diskutierten. 1975 entwickelte John Vittal das erste "Alleskönner" Mailprogramm MSG. Es beinhaltete als erstes einen Antwortservice und eine Vorschau. Mit MSG hatte man des weiteren erstmals die Möglichkeit Dokumente bzw. Dateien als Anhang der e-Mail mit zu versenden. Bereits 1976 kam auch die Queen von England in den Genuss des e-Mailens. Sie schickte aus den USA eine e-Mail mit "royal greetings" in die Heimat. 1979 begann man mit der Entwicklung der "emoticons" (→ Internet), kurzen Zeichenkombinationen zur Darstellung von Gefühlen. 1997 waren bereits 71618 unterschiedliche Mailing-Listen bei der LISZT, der Direktion für Mailing-Listen registriert.

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